Nothing More Perfect

Die 16-jährige Maya ist permanent auf einem Suizid-Forum unterwegs und malt sich teils in romantischen, teils in gruseligen Selfie-Botschaften ihren eigenen Tod aus. Hier findet sie die Aufmerksamkeit, die sie ansonsten in ihrem Leben vermisst. Ihre Eltern haben mit sich zu tun, ihre Freundinnen nerven sie mit ständiger Gewichtskontrolle und Schönheits-OPs. Als sie mit den Eltern auf einen Kurzurlaub nach Prag fährt, nehmen ihre Todesfantasien reale Gestalt an. Denn während die Eltern nur aufs Feiern aus sind und dabei manchmal „krass peinlich“ wirken, entdeckt Maya Prag auf eigene Faust und lernt den 20-jährigen Medizinstudenten Sev kennen. Sev, ein Drogendealer, bietet ihr erst für 5.000, dann für 9.000 Kronen einen angeblich todsicheren Pillencocktail an. Allmählich wird aus Mayas Spiel bitterer Ernst und sie muss aufpassen, dass sie dabei noch die Oberhand behält.

Regiekommentar (Auszug)
Manchmal denke ich an Momente aus meiner Pubertät zurück und stelle mir vor, es hätte damals schon Smartphones gegeben. Was hätte ich alles gepostet? (…) Hätte ich mich dann irgendwie mehr „connected“ gefühlt (…)? Heute braucht es zum Verbundensein nur einen „Touch“. So kann man Gleichgesinnte finden, selbst erkannt und bewertet werden – oder sich Orientierung verschaffen. Sogar die tiefste Teenie-Melancholie wird „share- und like-bar“. Aber: Was passiert mit düsteren Gedanken, wenn sie online bestätigt und vervielfacht werden? Wenn es plötzlich darum geht, wer am unglücklichsten ist? (…) Der #sad kommt, Stand November 2019, auf 38.666.832 Beiträge auf Instagram. Wie traurig muss ich also sein, um einen tatsächlichen Anspruch auf Aufmerksamkeit zu verdienen? Dieser Frage stellt sich meine 16-jährige Protagonistin Maya bis zum Äußersten.

Teresa Hoerl
Wuchs im bayerischen Allgäu auf und studierte nach dem Abitur zunächst Theaterwissenschaften, Literatur und Psychologie in München und London, anschließend Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Während ihrer Studienzeit schrieb und inszenierte sie mehrere Kurz- und mittellange Spielfilme, die auf verschiedenen Festivals gezeigt und prämiert wurden. 2017 gewann sie u.a. den Hessischen Filmpreis für ihren Kurzfilm FAMILIENZUWACHS. Seit 2014 arbeitet Teresa Hoerl als freie Regisseurin und Autorin.

Filme von Teresa Hoerl
2010   DU BIST’S
2017   FAMILIENZUWACHS, CHOICES
2020   NOTHING MORE PERFECT

 

Deutschland 2020
REGIE/DIRECTOR: Teresa Hoerl

Spielfilm/Feature Film
87 Min. – Farbe/Colour – DCP


BUCH/SCREENPLAY: Teresa Hoerl
KAMERA/CAMERA: Johannes Brugger
SCHNITT/EDITOR: Teresa Hoerl, Laura Heine
MUSIK/MUSIC: Matthias Hauck, Nepomuk Heller
TON/SOUND: Attila Makai, Philip Hutter
SOUND DESIGN: Philip Hutter, Andrew Mottl


DARSTELLER/CAST: Lilia Herrmann, Mira Partecke, Thorsten Merten, Konstantin Gries, Lilli Biedermann, Krista Tcherneva


PRODUZENT/PRODUCER: Markus Mayr
PRODUKTION/PRODUCTION COMPANY: MÄKSMY Films
KOPRODUKTION/COPRODUCTION COMPANY: Hochschule für Fernsehen und Film München