Meine Wunderkammern

Die Kindheit ist ein Universum, in dem eigene Regeln gelten. Hier kann man mit Sprachrobotern befreundet sein oder mit Meerschweinchen auf einen eigenen Planeten reisen. Es ist einfach alles anders. Doch wie viel Platz ist in unserem funktionsorientierten Leben für Kinder, die sich dem Alltagsstress und der Vernunft nicht fügen wollen, die einfach nur Kind sein wollen? Nicht viel. Und deshalb verschwinden auch immer wieder Kinder. Schwupp … weg, in ihre eigene Welt, in ihre Wunderkammern. Besonders die stillen und die, die sich gestresst fühlen von der Welt. Kinderreporterin Dorothea macht sich auf die Suche nach ihnen und trifft auf Roya (11), die aus dem Iran geflüchtet ist, auf Elias (14), der Autismus hat, auf Wisdom (9), dessen Großvater in Kamerun mit bloßen Händen gegen einen Löwen gekämpft hat, und auf Joline (12), die nie erwachsen werden will. Eine berührende Reise durch das Universum der Kindheit, die zeigt: Jedes Kind ist ein einzigartiges Geschenk an die Welt.

Produktionsnotiz
MEINE WUNDERKAMMERN ist ein dokumentarischer Kinderfilm, geschaffen mit, für und von Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren. Auf der Suche nach dem Mysterium der Kindheit, haben wir vier Mädchen und Jungen gefunden, die uns sehr berühren: Wisdom (9), Joline (11), Elias (12) und Roya (11). Alle sehr unterschiedlich, haben sie doch eines gemeinsam: Sie passen nicht so richtig in unsere aufs Funktionieren ausgerichtete Gesellschaft und wünschen sich an einen Ort, an dem sie „zeitlos“ so lange bleiben können, wie sie wollen, und an dem ihnen keiner sagt, was sie tun müssen. Die Kinder „verlassen“ ihre Realität und treffen an einem geheimen Ort aufeinander, der für Erwachsene nicht zugänglich ist.
Dorothea, eine elfjährige Reporterin, begibt sich auf die Suche nach den verschwundenen Kindern. Sie trifft auf ratlose Erwachsene: eine Politikerin, Eltern, einen Wissenschaftler, Lehrer*innen und Passanten, bis sie schließlich das Versteck, die „Wunderkammer“, der Kinder findet. Der Begriff der „Wunderkammer“ bezeichnet nicht nur die Sammlung von Objekten, sondern auch innere Räume, unser Gehirn, unser Herz – oder besser: die Gedanken und Gefühle.

Susanne Kim
Geboren in Dresden, aufgewachsen in der DDR und in Syrien, Studium der Journalistik und Politikwissenschaft an der Universität Leipzig, was sie 2005 abschloss. 2001/02 besuchte sie das „European Film College“ in Ebeltoft, Dänemark. MEINE WUNDERKAMMERN ist nach TROCKENSCHWIMMEN ihr zweiter Langfilm.

Filme von Susanne Kim
2003   ZUSAMMENGEBACKEN (Dokumentarfilm)
2005   SAMMLUNG (Dokumentarfilm)
2006   FRIEDE, ENTSCHULDIGE (Experimentalfilm)
2006   AUFBRUCH (Videoessay)
2008   RON (Experimentalfilm/zusammen mit Christine Woditschka)
2010   WHITE BOX (Dokumentarfilm)
2011   DIE BANDE (Dokumentarfilm)
2016   TROCKENSCHWIMMEN (Dokumentarfilm)
2021   MEINE WUNDERKAMMERN (Kinderdokumentarfilm)


Regisseurin Susanne Kim im Interview

Deutschland 2021
REGIE/DIRECTOR: Susanne Kim

Dokumentarfilm/Documentary
79 Min. – Farbe/Colour – DCP


BUCH/SCREENPLAY: Susanne Kim
REDAKTION/COMMISSIONING EDITOR: Gunnar Gerstel
KAMERA/CAMERA: Emma Rosa Simon
SCHNITT/EDITOR: Marion Tuor
ANIMATION/ANIMATION: Falk Johnke
MUSIK/MUSIC: Cornelia F. Müller, Sylvia Gössel
TON/SOUND: Maximilian Pongratz


DARSTELLER*INNEN/CAST: Dorothea, Roya, Elias, Wisdom, Joline


SENDER/TV STATION: MDR, KiKA
PRODUZENT/PRODUCER: Holm Taddiken
PRODUKTION/PRODUCTION COMPANY: Neufilm GmbH
KOPRODUKTION/CO-PRODUCTION: Expanding Focus
VERLEIH/GERMAN DISTRIBUTION: eksystent Filmverleih